Olivenöl Güteklassen

Olivenöl Nativ Extra
Direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren ohne Wärmeeinwirkung (< 28 °C) gewonnen. Freie Fettsäuren ≤ 0,8 %, ohne sensorische Fehler, für den Verzehr geeignet.

Olivenöl Nativ
Gewinnung durch mechanische Verfahren. Freie Fettsäuren ≤ 2 %, geschmackliche Defekte, entstehen zB. durch schlechte Fruchtqualität, sind zulässig und werden häufig durch Hitzebehandlung minimiert.

Olivenöl
Verschnitt von raffinierten und nativen Olivenölen. Säuregehalt ≤ 1 %, das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.

Raffiniertes Olivenöl
Säuregehalt ≤ 0,3 %, typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen, darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Olivenöl“ verarbeitet werden.

Rohes Oliventresteröl
Aus dem Trester (fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten), der nach der Pressung/Extraktion der Oliven übrig bleibt, wird mit Hilfe von Lösungsmitteln das nach der ersten Pressung noch verbleibende Öl extrahiert. Das Öl ist zum Verzehr nicht geeignet und darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Raffiniertem Oliventresteröl“ verarbeitet werden.

Raffiniertes Oliventresteröl
Aus rohem Oliventresteröl durch Raffination hergestellt. Säuregehalt ≤ 0,3 %, das Öl ist ohne Geschmack und darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Oliventresteröl “ verarbeitet werden.

Oliventresteröl
Raffiniertes Oliventresteröl, das mit nativem Öl gemischt wird. Säuregehalt ≤ 1 %, zum Verzehr geeignet. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.

Das SIQEV Siegel

 

SIQEV Qualitätssiegel

Eine Reihe von Olivenöl Herstellern war und ist die Bezeichnung Nativ Extra zu wenig. (Olivenöl ist auch das am meisten gefälschte Lebensmittel überhaupt) Weil es möglich ist Olivenöle von weitaus höherer Qualität zu gewinnen, die weit unter den gesetzlichen Grenzwerten von Olivenöl Nativ Extra liegen, wurde eine unabhängige international agierende Zertifizierungsstelle gegründet die die weitaus strengeren Grenzwerte von SIQEV überwacht und so für den Konsumentenschutz und Information einen wichtigen Beitrag leistet. Wenn also ein Olivenöl dieses Siegel trägt, so kann man sich sicher sein, ein Olivenöl von allerhöchster Qualität vor sich zu haben. Ohne Gefahr etwaiger Fälschung aufzulaufen.

 

Vergleich Grenzwerte Nativ Extra zu SIQEV

Diese medizinische Power steckt in Olivenöl

Artikel aus der „Welt“ 16.07.2017
Autorin: Bettina Schneider

Es steckt noch viel mehr Gesundheit in Olivenöl, als bislang angenommen. Einige neue Studien nähren jetzt sogar die Hoffnung auf Therapiemöglichkeiten bei etwa Gehirntumoren, Brustkrebs und Alzheimer.

Es gibt Fischer auf Kreta, die schwören darauf: Trink‘ ein Glas Olivenöl am Tag und du lebst ewig. Das mag nun nicht gerade jedermanns Sache sein – doch der in jeder Hinsicht gesunde Effekt des goldenen „Extra Vergine“ in unserer täglichen Nahrung ist längst auch wissenschaftlich bewiesen.

Viele gesundheitliche Vorteile von Olivenöl sind seit Jahren bekannt – und es werden immer mehr, je intensiver sich die Forscher mit dem Jahrhunderte alten Produkt aus dem Mittelmeerraum beschäftigen.

Wir zeigen dir anhand dieser 6 Krankheiten, wie viel medizinische Power im Olivenöl steckt.

I. Herz- und Kreislauf
Diesen ersten Pluspunkt kennt fast jeder: Vor allem Herz- Kreislauferkrankungen können durch eine Umstellung auf mediterrane Kost, die stark auf Olivenöl aufgebaut ist, verhindert oder deutlich verbessert werden, wie eine Studie des Medizinischen Forschungs Instituts in Barcelona aus dem Februar 2017 bestätigt. Olivenöl enthält 73% ungesättigte Fettsäuren vor allem aber eine große Anzahl Antioxidantien, wie die Oleinsäure, die das LDL Cholesterin senkt und so eine Arterienverkalkung verhindert. Hinzu kommt noch das Oleuropein, das die Arterien weitet. Das geht sogar so weit, dass in Olivenöl frittiertes Gemüse gesünder ist als gekochtes, wie in einer Studie an der Universität von Granada festgestellt wurde: Beim Kochen gehen Antioxidantien verloren, beim Frittieren in Olivenöl jedoch nicht.

II. Krebstherapie
Schon vor einigen Jahren wurde eine Ibuprofen-ähnliche Wirkung des in Olivenöl enthaltenen Oleocanthal festgestellt. Nicht ausreichend, um gleich Kopfschmerzen zu lindern, aber in konzentrierten Mengen hat dieses Phenylethanoid doch eine hochinteressante Wirkung.
Und je mehr sich die Forschung mit Olivenöl beschäftigt, desto überraschender die Ergebnisse. Oleocanthal hat auch noch eine ausgesprochen toxische Wirkung auf Krebszellen. Es greift die Lysosome innerhalb der Krebszellen an, in denen sie Abfall speichern. Sie werden vom Oeocanthol zerstört – und so sterben die Krebszellen innerhalb von etwa 30 Minuten ab, wie die Wissenschaftler Paul Breslin, David Foster und Onica LeGendre in ihrer Studie feststellten.

III. Tumor-Bekämpfung
Die bereits erwähnte Ölsäure oder auch Oleinsäure ist Studien des „Wellcome Trust Centre for Cell Biology“ der Universität in Edinburgh zufolge in der Lage, ein ganz bestimmtes Protein zu stoppen, das bei der Bildung von Gehirntumoren eine entscheidende Rolle spielt. Genauer gesagt: Die Ölsäure hindert das Protein daran, das sogenannte miR-7 zu entwickeln. Dadurch wird auch die Bildung der Tumore verhindert.

„DIE RESULTAT DER STUDIEN LASSEN VERMUTEN, DASS ÖLSÄURE DIE PRODUKTION VON TUMOR-UNTERDRÜCKENDEN MOLEKÜLEN BEI ZELLKULTUREN IM LABOR UNTERSTÜTZT.“ DR. GRACJAN MICHLEWSKI,Universität Edinburgh

Laut der Ergebnisse seiner bisherigen Untersuchungen werden nicht nur Gehirnzellen durch die Ölsäure positiv beeinflusst – auch eine Hemmung von Brustkrebszellen konnte nachgewiesen werden.  

IV. Alzheimer
Eine dritte Fallstudie im Juni 2017 brachte eine weitere spannende Erkenntnis in Sachen Olivenöl. Diesmal testeten die Wissenschaftler zwei Gruppen von Mäusen. Nach neun beziehungsweise zwölf Lebensmonaten wurden die Tiere auf ihre Gedächtnisleistung und ihre Lernfähigkeiten hin getestet. Die mit Olivenöl gefütterten Tiere schnitten deutlich besser ab, und zwar in sämtlichen Tests.
Bei späteren Vergleichen der Gehirne dasselbe Resultat: Die Hirnzellen der Olivenöl-Gruppe waren sichtlich gesünder und sie hatten weniger Amyloid Plaque, eine Folge von toxischen Proteinen, die sich im Hirn ansammeln.
Erkenntnis der Forscher: Olivenöl könnte eine „Nervenzellen-Autophagie“ auslösen. Darunter versteht man einen Prozess, bei dem Zellen ihre eigenen Bestandteile abbauen und verwerten. Eine Art Entschlackungsprozess. Auf diese Weise könnte das Gedächtnis und die synaptische Integrität erhalten bleiben und der pathologische Effekt reduziert werden.
„DAS IST EINE SEHR WICHTIGE ENTDECKUNG, DENN WIR VERMUTEN, DASS EINE VERRINGERUNG DER AUTOPHAGIE DEN BEGINN DER ALZHEIMER-ERKRANKUNG BEDEUTET.“ DOMENICO PRATICÒ,Temple University

V. Blutzucker
Auch bei Diabetes kann Olivenöl einiges bewirken: So wurde in Studien nachgewiesen, dass das Verwenden von Olivenöl bei Diabetes Typ 1 Patienten zum Beispiel dafür sorgt, dass der Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen geringer ist. Und auch bei Patienten mit Diabetes Typ 2 wird von den Ärzten die mediterrane Diät empfohlen – am besten ausschließlich mit Olivenöl, da so für ein dauerhaftes Senken des Blutzuckers gesorgt werden kann.

VI. Osteoporose
Sogar die Bildung von Osteoporose kann Olivenöl positiv beeinflussen: In den Mittelmeer-Ländern ist diese Krankheit der brüchigen Knochen, die viele Menschen im Alter befällt, längst nicht so verbreitet. Die im Olivenöl enthaltenen Phenole schützen die Knochenmasse.

Enorm wichtig ist bei alledem jedoch, auf eine wirklich gute Qualität des Olivenöls zu achten. Nicht jedes „Extra Vergine“ oder „Natives Extra“ ist auch wirklich das, was es sein sollte: nämlich naturbelassen. Nicht raffiniertes, also nicht hitzebehandeltes Olivenöl ist leicht bitter – wofür das Oleocanthal verantwortlich ist. Ein nicht mehr bitteres Olivenöl hat also kaum noch Oleocanthal und ist damit auch gleichzeitig sehr viel weniger gesund.

Markt

Weltproduktion 
2014 nahm Olivenöl mit rund 3,1 Millionen Tonnen Welternte nach Angaben der nur den 10. Platz bei den pflanzlichen Ölen ein. Das am meisten produzierte Öl war Palmöl mit etwa 54 Millionen Tonnen, gefolgt von Sojaöl mit 42 Millionen t und Rapsöl mit 25 Millionen t. Die europäischen Staaten waren mit etwa 2,317 Millionen t (= 76,0 %) der Weltproduktion die bedeutendsten Olivenöl-Produzenten der Welt. Die 10 größten Erzeugerländer produzierten 94,5 % des gesamten Olivenöls.

Handel
Spanien war 2016 der größte Hersteller und Exporteur (920.820 t) von Olivenöl. Italien dagegen war der zweitgrößte Hersteller, aber der weltweit größte Importeur von Olivenöl (529.855 t). Italienische Firmen kaufen in der ganzen Mittelmeerregion Olivenöl auf, füllen es ab, und vertreiben es dann weltweit. So wird griechisches Olivenöl aufgekauft, um es in Deutschland als „italienisches“ zu verkaufen, da die Konsumenten bereit sind, dafür mehr zu zahlen.Bei der Abfüllung in Italien wird häufig griechisches Olivenöl guter Qualität nicht mit ebenso gutem, sondern mit minderwertigem italienischen Olivenöl gemischt und in Deutschland verkauft.

Pro-Kopf-Verbrach
Den größten Pro-Kopf-Verbrauch weltweit hatte 2016 Griechenland mit 14,9 Liter pro Jahr, gefolgt von Spanien mit 11,5 Liter und Italien mit 10,5 Liter pro Jahr. Danach kommen die Portugiesen mit 5 Liter pro Jahr. In Deutschland verbrauchte 2016 jeder Einwohner 0,8 Liter und in Österreich 1,2 Liter. In der Schweiz waren es im Bemessungsjahr 2012 1,7 Liter pro Kopf.

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